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Montag, 08. November 2010 Griff ins Klo

Am vergangenen Wochenende richtete sich die Blicke wieder einmal ins Wendland. Erneut wurde unter dem Protest von tausenden Demonstranten ein Castortransport mit Brennstäben aus dem französischen La Hague in das potenzielle Endlager Gorleben geprügelt.

Diese Aufmerksamkeit ließ sich die Agentur Jung von Matt nicht entgehen und schickte ein Promotionteam zur Demonstration gegen den Atommülltransport. Jedoch nicht, um gegen den fragwürdigen Atommülltransport  zu protestieren, sondern um die Demonstration als Werbeplattform für die Autovermietung Sixt zu nutzen. Das beauftragte Team war sich nicht zu schade, ein Banner mit dem Slogan "Stoppt teure Transporte! Mietet Van & Truck von Sixt." mit sich zu führen, sich dabei von Teammitgliedern fotografieren und filmen zu lassen und sich schließlich im Internet wiederzufinden. Im firmeneigenen Blog bejubelt Sixt sich nun selbst mit Aussagen wie "Das hat es in der deutschen Werbegeschichte noch nicht gegeben: Werbung bei einer Protestveranstaltung. Das alles kostengünstig gefilmt, dokumentiert und verbreitet von der zahlreich erschienenen Presse."

Sicherlich haben Agentur und Auftraggeber damit zwar das Ziel erreicht von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, einen Imageschaden dürfte der Autoverleih aber dennoch davontragen.

Zum einen machen sich Agentur und Verleih mit dieser Aktion über das durchaus ernstzunehmende Thema der Atommülltransporte lustig und ziehen zudem noch die Proteste ins Lächerliche, zum anderen wirbt Sixt nun scheinbar damit, die Transporte lieber auf die Straße verlegen zu wollen und bietet dafür obendrein noch ihren Fuhrpark an. Das eine solche Webestrategie in der breiten Öffentlichkeit gut ankommt wage ich zu bezweifeln.

Ich persönlich halte zwar einiges vom Guerillamarketing, diese Idee allerdings für geschmacklos und hätte es schöner gefunden, Videos im Internet zu finden, wie das Promotionteam auf kreative Art und Weise in den nahegelegenen Straßengraben befördert wird.

Meine Autos werde ich wohl zukünftig nicht mehr bei Sixt mieten, schließlich könnte es sein, dass ich damit irgendwann einmal die Atomlobby unterstütze. Das gilt es in jedem Fall zu vermeiden.



PS: Vielleicht wollte sich Jung von Matt auch nur selbst einen Gefallen tun, denn schließlich gehört zu deren Kundenkreis auch der Energieversorger RWE ...

Kategorie: Allgemein