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Donnerstag, 15. Mai 2008 Unrealistische Preisvorstellungen!?

Oft habe ich den Eindruck, dass viele Kunden denken, sie bekommen qualifizierte Leistungen zum Spottpreis oder gar umsonst. Auch bei mir kommt es immer mal wieder vor, dass ich Arbeiten extrem günstig oder sogar umsonst verrichte, das allerdings für gute Kunden oder für eine anständige Sache. In letzter Zeit jedoch häufen sich im Internet Anfragen von Menschen, die aus irgendwelchen Gründen Drucksachen benötigen, für die Erstellung aber nichts oder fast nichts zahlen wollen. Auf Nachfragen bekommt man dann oft Antworten, wie: "Das ist doch eine gute Referenz für Sie!" oder "Ich bin Privatperson und habe dafür kein Geld."

Grafikdesign hat seinen Preis für den eine entsprechende Gegenleistung erbracht wird. Immer wieder erlebe ich es, dass Dienstabnehmer überhaupt keine Vorstellung davon haben, wie lang der Weg von der Idee bis zum fertigen Produkt überhaupt ist. In der heutigen Zeit, in der fast jeder Mensch einen Computer inkl. Office-Programm besitzt und somit seine Anschreiben selber mit bunten Schriften und kleinen Bildern versehen kann, entsteht die Illusion, dass eine hochwertige Drucksache mit geringem Aufwand erstellt werden kann.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Schriften wollen vernünftig gesetzt werden, damit Lesefreundlichkeit erreicht wird, Bilder müssen aufbereitet werden, um im Druck qualitativ hochwertig verarbeitet werden zu können, das Layout soll etwas Besonderes sein, es muss sich Gedanken um ein Gestaltungsraster gemacht werden und zu guter Letzt muss auch noch die technische Umsetzung berücksichtigt werden.

Das alles kostet seine Zeit. Zudem darf nicht vergessen werden, dass ein Stundensatz auch Versicherung, Miete, Steuern, Fortbildungen, Arbeitsmaterialen, etc. beinhaltet ...

Meist hilft es, dem Kunden in der Vorbesprechung zu erklären, welche Arbeiten verrichtet werden müssen und zu verdeutlichen, wie der veranschlagte Preis zu Stande kommt. Transparenz halte ich hier für sehr wichtig, denn der Kunde muss nachvollziehen können, für welche Arbeiten er sein Budget ausgibt. Das ist nur verständlich.

Ein weiterer Punkt, den Sie als Kunde berücksichtigen sollten, ist der Aufbau eines Kostenvoranschlags. Ich ziehe es vor, möglichst viele Eventualitäten zu berücksichtigen, damit es beim kalkulierten Preis bleibt und zudem noch ein wenig Spielraum für Unvorhergesehenes bleibt. Läuft alles wie geplant, bleibt das Angebot wie veranschlagt oder wird sogar noch ein wenig günstiger. In der Praxis ist es aber auch durchaus üblich, einen Kostenvoranschlag zu unterbreiten, der lediglich die Rahmenbedingungen berücksichtigt und alle zusätzlich anfallenden Arbeiten auf Stundenbasis abrechnet. Da die meisten Kunden allerdings kaum eine Vorstellung von den anfallenden Arbeiten haben, sehen sie nur den veranschlagten, vermeintlich günstigen Preis und entscheiden sich folglich für dieses "günstige" Angebot.

Schauen Sie daher genau hin, was im Kostenvoranschlag berechnet wird und fragen Sie im Zweifelsfall nach, wie der kalkulierte Preis zustande kommt! Handelt es sich hier um einen Festpreis oder einen variablen Kostenvoranschlag?

Und um was es beim so genannten "Pitching" geht und warum das eine skurrile Methode ist, können Sie hier nachlesen: Können Sie auch Altweiß?

Kategorie: Kosten